Bildunterschrift: Cato Bontjes van Beek und Sophie Scholl waren im gleichen Alter und wurden nur kurz nacheinander hingerichtet. Die szenische Lesung im Kulturwerk zeigt, zeigt, wie Widerstand im Alltag Platz fand. Foto: Christiane Hess

Szenische Lesung über Sophie Scholl und Cato Bontjes van Beek am 24. Januar im Kulturwerk

In Kooperation mit dem Arbeitskreis Gedenken der Stadt Nienburg zeigt das Nienburger Kulturwerk am Donnerstag, 24. Januar, um 20 Uhr die szenische Lesung „Lerne mit dem Herzen zu denken“. Die Szenen beleuchten das Leben von Sophie Scholl und der unbekannteren Cato Bontjes van Beek.

Was ist Widerstand und wann beginnt er? Ist Widerstand das Attentat auf den Diktator? Das Leben im Untergrund? Oder auch schon das Verteilen von Flugblättern? Die verbotene Hilfe für Unterdrückte? Vielleicht bereits das Mitwissen geheimer Pläne? Das Treffen mit anderen kritisch Denkenden? Wie kann man eigentlich „Widerstand“ definieren?

Stellen Sie sich eine Behörde in der Bundesrepublik Deutschland in den 50er Jahren vor: Eine Mutter kämpft um das Ansehen und den Ruf ihrer von den Nazis ermordeten Tochter, der Widerstandskämpferin Cato Bontjes van Beek. Jahrelang wird die Mutter hingehalten und muss beweisen, dass ihre Tochter eine eigenständig politisch denkende junge Frau war, die ihren Mut mit dem Leben bezahlte.

Zeitgleich „entdeckt“ und vereinnahmt Nachkriegs-Deutschland die Biografie von Sophie Scholl. Das junge Mädchen, das ebenfalls und fast zur selben Zeit wie Cato verurteilt wurde und für seine Überzeugungen starb, wird das junge Gesicht des deutschen Widerstands.

Sophie wird wortwörtlich auf einen Sockel gestellt: Heute steht ihre Büste in der Walhalla bei Regensburg, während Cato, die das gleiche tat, so gut wie vergessen ist. Doch wer waren die beiden wirklich?

Diese szenische Lesung stellt die Biografien der jungen Frauen, die im selben Alter waren und nur kurz nacheinander hingerichtet wurden, nebeneinander. Sie zeigt, wie Widerstand im Alltag Platz fand. Und sie beleuchtet, wie das junge Nachkriegsdeutschland nicht nach erlittenem Unrecht Recht sprach, sondern ideologisch zwischen „guten“ (Weiße Rose) und „fragwürdigen“, weil kommunistischen (Rote Kapelle) Widerstandsgruppen unterschied.

Unterstützt wurde dieses Projekt durch Team Kultur – Region Hannover, den Landschaftsverband Stade mit Mitteln des Landes Niedersachsen sowie die Friedensarbeit und das Arbeitsfeld Kunst und Kultur im Haus kirchlicher Dienste der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Der Eintritt beträgt 6 Euro. Weitere Informationen und Kartenbestellungen im Nienburger Kulturwerk, Mindener Landstr. 20, unter Telefon (0 50 21) 9 22 58-0, E-Mail info@nienburger-kulturwerk.de oder direkt über die Internetseite des Kulturwerks www.nienburger-kulturwerk.de.

Teile als Erster diesen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.