Landkreis. Das Gesundheitsamt des Landkreises Nienburg informiert Schulklassen des Landkreises mit einer Wanderausstellung über Zecken und die durch sie übertragenen Krankheiten sowie über bakterielle Hirnhautentzündungen. Vom 16. bis 18. April können Klassen die Ausstellung von 10 bis 16 Uhr in der Triemerstraße 17 in Nienburg besuchen. Jüngere Schülerinnen und Schüler bekommen durch kindgerecht gestaltete Plakate einen ersten Einblick. Ältere Schülerinnen und Schüler können sich in einem erweiterten Ausstellungsbereich über Reiseimpfungen beraten lassen. Das Gesundheitsamt hat hierzu alle Schulen des Landreises eingeladen. Noch sind einige Termine für eine Führung durch die Ausstellung frei. Anmeldungen sind unter Telefon (0 50 21) 967-900 möglich.

Zecken halten sich bei warmer Witterung gern im Unterholz, Gebüsch oder hohen Gras auf und werden dort von Menschen und Tieren im Vorbeigehen unbemerkt mitgenommen. Ein Zeckenbiss ist nicht immer harmlos und kann schwere Krankheiten übertragen. Darüber informieren die Plakate der Wanderausstellung. Bei der etwa 45-minütigen Führung durch die Ausstellung erläutert Amtsarzt Dr. Torsten Vogel den Schülerinnen und Schülern unter anderem, wie die Krankheitserreger übertragen werden. Zudem greift das Gesundheitsamt das Thema Reiseimpfung auf. Das ist für Schülerinnen und Schüler, die an Austauschprogrammen teilnehmen oder Klassenfahrten unternehmen, interessant. Abiturientinnen und Abiturienten machen zum Teil Abschlussfahrten in andere Länder, nach dem Schulabschluss steht für einige ein „Freiwilliges Soziales Jahr“ im Ausland an, manche nehmen an „Work and Travel“-Programmen teil. Grund genug, um sich über geeignete Impfungen Gedanken zu machen, findet Dr. Vogel. „Zu den wichtigen Impfungen gehört auch die Vorsorge gegen die gefährliche Krankheit Früh-Sommer- Meningoenzephalitis, kurz FSME“, erläutert Dr. Vogel.

Eine weitere gefährliche Hirnhautentzündung wird durch Meningokokken ausgelöst, diese sind weltweit vorkommende Bakterien. Kinder unter fünf Jahren und Jugendliche zählen zu den besonderen Risikogruppen. Fachleute gehen in Deutschland von über 700 Meningokokken-Erkrankungen pro Jahr aus. Der in Deutschland häufigere Teil der Erkrankungen verläuft in der Regel leichter. „Ungefähr 210 Menschen sind jährlich allerdings von einer Erkrankung durch die Serogruppe C betroffen. Aufgrund der Schwere dieser Meningokokken-Erkrankung, der häufigen Komplikationen und der hohen Sterblichkeit wird allen Kindern im zweiten Lebensjahr eine Impfung gegen Meningokokken C empfohlen“, so Amtsarzt Dr. Vogel.

Eine Impfung gegen die Krankheit Borreliose ist nicht möglich. Allerdings kann hier mit einem Antibiotikum erfolgreich therapiert werden. „Bei einem Verdachtsfall, etwa wenn sich ein roter Kreis um den Zeckenbiss gebildet hat, sollte man immer den Hausarzt aufsuchen“, empfiehlt Dr. Vogel. Für das Entfernen einer Zecke rät der Mediziner im Übrigen zu einer klassischen Pinzette. Vermeintlich schonende Hausmittel wie Öl oder Fettcreme würden die Zecke nur stressen, was dazu führen könne, dass vermehrt Erreger in die Wunde gelangen.

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