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Foto: DUH.de

Steyerberg/Radolfzell. Als eine von fünf Modellkommunen ist der Flecken Steyerberg Projektpartner der Deutschen Umwelthilfe (DUH) im Klimaschutzprojekt SmartRathaus. In der Gemeinde soll digitale Steuer- und Regeltechnik den Energiebedarf kommunaler Liegenschaften verringern. Der Flecken Steyerberg und die anderen vier Modellkommunen stehen dabei beispielhaft für die mehr als 10.000 kleinen und mittleren Kommunen und die drei jeweils betrachteten Gebäude stellvertretend für mehr als 170.000 kommunale Liegenschaften, die es in Deutschland gibt.

Mit Heizung, Lüftung, Kühlung, Beleuchtung und Infrastruktur verschlingen öffentliche Gebäude Unmengen an Energie. Deshalb bemühen sich Kommunen, den Energiebedarf manuell zu senken. Häufig werden die Heizungsanlagen von Schulen und Kindergärten in den Ferien heruntergeregelt oder die Beleuchtung in öffentlichen Bereichen mit Bewegungsmeldern und Hauptschaltern gesteuert.

„Ein manuelles Gebäudemanagement ist häufig aufwändig und fehleranfällig“, erläutert Steffen Holzmann, Projektleiter Digitalisierung bei der DUH. „Digitale Alternativen erlauben eine viel feinere und ausgefeiltere Steuerung in den Gewerken – das reduziert den Energiebedarf und erhöht häufig sogar noch den Komfort für die Nutzer.“ Gerade für kleine und mittlere Kommunen ist der Einstieg hier jedoch mit hohem Aufwand verbunden. „Mit dem Projekt SmartRathaus wollen wir den Kommunen die passenden Werkzeuge an die Hand geben, um im digitalen Gebäudemanagement aktiv zu werden“, so Holzmann.

Der Flecken Steyerberg verfolgt besonders engagierte Ziele im Klimaschutz: Als Masterplankommune will die Verwaltung ihren CO2-Ausstoß bis 2050 um 95 Prozent reduzieren. „Die Gemeinde kann mit ihrem Engagement vielen anderen kleinen Kommunen als Vorbild dienen. Wir erwarten, dass die Effizienzmaßnahmen Erfolg haben und eine großflächige Strahlwirkung in andere Kommunen entfalten“, so Simon Mößinger, Projektmanager Klimaschutz bei der DUH.

Einen großen Beitrag zum ambitionierten Klimaschutz in der 5.242 Einwohner-Gemeinde leistet unter anderem Bürgermeister Heinz-Jürgen Weber. „Als Masterplankommune treiben wir den Klimaschutz konsequent voran und sehen SmartRathaus als großartige Gelegenheit, unsere Liegenschaften technisch und energetisch auf den aktuellsten Stand zu bringen. Zeitlich lässt sich das Projekt sehr gut in die Planung unseres neuen Fernwärmenetzes einbinden“, so Weber.

Drei Gebäude werden Teil des Modellprojekts in der Gemeinde: Der denkmalgeschützte Amtshof, der über eine veraltete Haustechnik verfügt, soll mittelfristig komplett saniert werden. Dabei liegt ein starker Fokus auf energetischer Effizienz. Ebenso sanierungsbedürftig ist die Schwimmbadtechnik im Waldschwimmbad, wo veraltete Pumpen und Elektronik eingesetzt werden. Auch die Waldschule tut in naher Zukunft Einiges für Energieeffizienz: Alle genannten Gebäude werden an ein Fernwärmenetz angeschlossen, das durch industrielle Abwärme gespeist wird.

Die Hochschule Biberach begleitet das Projekt wissenschaftlich. „Durch das Projekt bekommen wir einen umfassenden Einblick in die kommunale Praxis“, freut sich Peter Knoll vom Institut für Gebäude- und Energiesysteme (IGE) der Hochschule Biberach. „Die Modellprojekte werden auch uns neue Erkenntnisse aus der Praxis bringen und zurück in die Forschung und Entwicklung neuer Technologien wirken.“

Über SmartRathaus 
Durch intelligente Regelung von Heizung, Beleuchtung oder Lüftung lässt sich der Energiebedarf von Gebäuden deutlich senken. Dies will die DUH mit ihrem Projekt SmartRathaus zeigen, das 2018 gestartet ist und bis Ende 2020 läuft. In fünf ausgewählten Städten und Gemeinden entstehen zusammen mit den Kommunalverwaltungen Modellprojekte, die aufzeigen, welche Einsparungen sich mit der automatisierten Steuerung und Regelung von kommunalen Liegenschaften realisieren lassen. Dies gilt sowohl beim Energieverbrauch als auch beim Arbeitsaufwand im Gebäudemanagement.

In der Gebäudeautomation sind häufig vor allem die Bestandsliegenschaften von kleineren und mittleren Kommunen nicht auf dem neuesten Stand der Technik. Insgesamt haben sich 50 Kommunen auf die bundesweite Ausschreibung beworben, begleitet von der DUH und der Hochschule Biberach, ihren Gebäudebestand zu optimieren und zu modernisieren. Nach einem Evaluationsprozess sind die Gemeinde Birkenwerder (BB), die Stadt Böblingen (BW), die Stadt Borkum (NI), der Flecken Steyerberg (NI) und die Stadt Wörth am Rhein (RP) als Projektpartner ausgewählt worden.

Förderhinweis
Das Klimaschutzprojekt SmartRathaus wird gefördert durch das Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative.

Mehr zu SmartRathaus: www.duh.de/smartrathaus/

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