Titelfoto: Weitere Atemschutztrupps machen sich nach dem Herstellen der Wasserversorgung für ihren Einsatz fertig

Erichshagen-Wölpe (MH). Es ist 19:08 Uhr am Montagabend, als in den Ortsteilen Erichshagen-Wölpe und Holtorf die Sirenen heulten. Ein Gebäudebrand in der Straße Zur alten Mühle war gemeldet worden. Umgehend machten sich die beiden Ortsfeuerwehren und die zusätzlich alarmierte Einsatzleitung Ort (ELO) der Stadtfeuerwehr Nienburg/Weser auf dem Weg zur Einsatzstelle. Den ersten Einsatzkräften lief beim Betreten des Grundstückes aufgeregt ein Junge entgegen, der von einem Feuer sprach. Nach seiner Aussage seien noch sein Vater und ein Bekannter im Gebäude. Noch bevor die Einsatzkräfte den Jungen weiter befragen konnten, lief dieser in das stark verqualmte Gebäude. Erst als ein Trupp dem Jungen hinterher lief wurde den Feuerwehren die Lage bewusst – eine Übung.

Umgehend wurden zwei Trupps unter schwerem Atemschutz zur Menschenrettung in das verwinkelte Gebäude geschickt. Da zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzuschätzen war, wie viele Personen sich wirklich im Gebäude aufhalten würden und das Ausmaß des Feuers unbekannt war, entschied der Einsatzleiter die Drehleiter aus Nienburg alarmieren. Zeitgleich wies die Einsatzleitung Ort die Leitstelle an, „MANV-1“ auszulösen. MANV-1 ist ein Einsatzstichwort für den Rettungsdienst und bedeutet, das mit mehreren Verletzten zu rechnen ist und genügend Rettungsmittel zur Verfügung stehen. Aufgrund der Baustruktur des Gebäudes und der vermutlich benötigten Wassermenge wurde, theoretisch, der Gerätewagen Logistik aus Steimbke nachalarmiert. Dieses Fahrzeug verfügt über Schlauchmaterial um längere Strecken zwischen Wasserentnahmestelle und Einsatzstelle überbrücken zu können.

Nach kurzer Zeit hatten die vier Trupps unter Atemschutz die Personen aus dem Gebäude gerettet und konnten, zusammen mit der Drehleiter, einen Innen- und Außenangriff zur Brandbekämpfung vornehmen. Um 20:30 Uhr hieß es dann „Übungsende!“ In einer anschließenden kurzen Übungsnachbesprechung zeigten sich alle 59 Einsatzkräfte zufrieden. Entdeckte Mängel, die solche Übungen zu Tage fördern, sollen im Nachgang genauer analysiert und an deren Abstellung gearbeitet werden – aber das eigentliche Übungsziel ist erreicht worden.

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