Am Dienstag, 09.04.19 kontrollierten Beamte der Polizeiinspektion (PI) Nienburg/Schaumburg zwei rumänische Kleinlastergespanne, beladen mit jeweils drei Neu-Pkw, auf der Bundesstraße 6. Die Lkw waren unterwegs in Richtung Bremen und wurden Am Rehhagen angehalten. Im Rahmen der ganzheitlichen Kontrolle der Sozialvorschriften, Lenk – und Ruhezeiten sowie der Ladepapiere, wurden auch die digitalen Fahrtschreiber der beiden Fahrzeuge ausgelesen. Bei der anschließenden Auswertung der digitalen Daten stellten die Beamten fest, dass die tatsächlich gefahrene Strecke nicht mit der Strecke übereinstimmte, die in der Aufzeichnung vorhanden war. Die Beamten waren mit ihrem zivilen Funkstreifenwagen den Gespannen bereits einige Zeit gefolgt, so dass die Fahrtschreiber die Lenkzeiten hätten aufzeichnen müssen. Das war aber nicht der Fall, so dass der Verdacht einer Falschbedienung oder einer Manipulation vorlag. Um genauere Erkenntnisse darüber zu erlangen, wurde eine ansässige Fachwerkstatt aufgesucht. Nach umfangreichen elektronischen Messungen erhärtete sich der Verdacht der Manipulation, so dass der Getriebesensor, der den Fahrtschreiber mit Impulsen füttert, ausgebaut und geöffnet wurde. Dabei stellte sich heraus, dass unbekannte Techniker auf die üblicherweise im Sensor verbaute Platine unzulässiger Weise eine weitere Platine gelötet hatten, die bewirkte, dass die Stromzufuhr im Sensor unterbrochen und mittels Fernbedienung so gesteuert wurde, dass der Fahrer beim Betätigen der Fernbedienung den Fahrtenschreiber ausschalten konnte. Das bedeutete, dass der Fahrer fahren konnte, obwohl im Fahrtschreiber währenddessen Ruhezeit aufgezeichnet wurde.

Diese Art der Manipulation ist der Polizei hauptsächlich aus den osteuropäischen Ländern bekannt. Damit kann ein Fahrer seine reine Fahrtätigkeit erheblich erhöhen, ohne dass dieses auffällt. Damit geht von dem Fahrer eine erhebliche Verkehrsgefahr, z.B. durch Übermüdung, aus. Nach dem Ausbau und der Sicherstellung der beiden Aufzeichnungsgeräten sowie der Sensoren wurde eine Sicherheitsleistung gegen die Fahrer und den Unternehmer in Höhe von insgesamt 25.000 EUR festgelegt. Nach der Zahlung wurden beide Fahrzeuge wieder frei gegeben. “Auffällig bei diesem Sachverhalt war für uns der Umstand, dass beide Fahrzeuge einer Firma gehörten und beide Fahrzeuge gleichzeitig sowie gleichartig manipuliert wurden,” kommentierten die beiden auf den Schwerlastverkehr spezialisierten Beamten den Vorfall.

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