Nienburg-Gewaltprävention als Schulprojekt

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Wieder ist ein Schuljahr vorüber und die meisten Schüler freuen sich auf die Sommerferien. Für viele Viertklässler ist das Ende dieses Schuljahres aber auch ein Weg ins Ungewisse. Die Grundschulzeit ist nun vorbei und ein Schulwechsel steht bevor. Manch einem Schüler fällt es anfangs schwer, sich in einem unbekannten Umfeld zu behaupten. Da kann sich jeder glücklich schätzen, der bereits im frühen Kindesalter im Elternhaus gelernt hat, mit Konflikten seinem Alter entsprechend, sozial verträglich umzugehen und nicht zuletzt deshalb, mit einer guten Portion Selbstbewusstsein in das neue Schuljahr starten kann.

Die Rahmenbedingungen für diesen dynamischen Entwicklungsprozess können nur die Eltern schaffen und erhalten. Kindergärten und Schulen unterstützen diesen Prozess. Auffallend häufig sind es Jungen, die es beispielsweise nicht schaffen mit ihren Ängsten umzugehen, oder Konflikte ohne kriminelle Aggressionen zu lösen. Der Polizei fallen sie dann als Opfer oder auch als Täter auf. Für die polizeiliche Kriminalprävention sind diese jungen Menschen eine besonders Zielgruppe. Im Rahmen eines Projektes mit den Themenschwerpunkten “Die männliche Sozialisation im Kindesalter” und “Abbau von Schwellenängsten”, beispielsweise auch gegenüber der Polizei, haben die Klassenlehrerin der vierten Klasse an der Grundschule Drakenburg, Barbara Brenig Kochan und der Kontaktbeamte der Nienburger Polizei, Gerd Kertzinger, mit den Jungen ihrer Klasse ein Sozialtraining durchgeführt.

In einem vorgeschalteten Info-Abend an der Schule, gelang beiden ein lebendiger Austausch mit interessierten Eltern. Im Fokus stand die Frage : was “braucht” ein Junge, damit er sozialkompetent und mit Selbstbewusstsein gewappnet, heranwachsen kann? Der Polizeibeamte berichtet aus Erfahrung, dass selbstbewusste Kinder seltener Opfer oder auch Täter einer Straftat werden. Elias, Jamie, Diar und Taha nahmen an dem Training teil. Nach kurzer Kennlernphase und Einigung über die “Spielregeln” für ein faires Miteinander, ging es auch schon zur Sache. Gemeinsam mit dem Kontaktbeamten Lösungsmöglichkeiten für Streitsituationen zu erarbeiten, hat allen Beteiligten großen Spaß gemacht.

Die Jungen sind überzeugt, man muss sich nur trauen, diese auch anzuwenden. Begeistert haben die Jungen zum Beispiel in Partnerübungen und Rollenspielen miteinander erlebt, wie wirkungsvoll einfache Strategien und Taktiken zur Konfliktbewältigung sein können. Einige wichtige Erkenntnisse nahmen die Jungen nach dem ereignisreichen Tag mit: Ein Verlierer ist noch lange kein “Opfer”, das sich schämen muss und ausgelacht wird. Natürlich dürfen auch Jungen und Männer weinen und sich fürchten, ohne Weicheier zu sein. Und nicht jeder, der mal wegläuft ist auch ein Feigling. Interessenten erreichen den Kontaktbeamten der Nienburger Polizei, Gerd Kertzinger, unter der Rufnummer 05021/9778-233.

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