“Bild: Die Inszenierung von „Nathan der Weise“ ist mit ihren modernen Elementen hochaktuell. Das Schauspielensemble des Theater für Niedersachsen spielt das Stück auch in einer Abendvorstellung im Abo 2. Foto: Falk von Traubenberg”

„Nathan der Weise“ gehört zur Pflichtlektüre im Niedersächsischen Zentralabitur 2019. Das Theaterstück nach Gotthold Ephraim Lessing erinnert daran, dass Verständigung über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg möglich ist. „Mehr Empathie bitte“ ist das, was Schauspieler Martin Schwartengräber aus seiner Rolle als Nathan der Weise mitnimmt. Aufgrund der großen Relevanz und dem Erfolg der Vorstellungen im Mai dieses Jahres zeigt das Nienburger Theater auf dem Hornwerk das Stück gleich zweimal: In einer Schulvorstellung am Dienstag, 25. September, um 10 Uhr, und in einer Abendvorstellung am Mittwoch, 26. September, um 20 Uhr, vorherige Stückeinführung ab 19.30 Uhr im Theatersaal. Die Schulvorstellung wird gefördert von den Stadtwerken Nienburg.

„Nathan der Weise“ spielt in Jerusalem, zur Zeit der Kreuzzüge: Vor den Toren stehen die christlichen Tempelritter, um die Stadt zu erobern. Dennoch hat der Herrscher, Sultan Saladin, einen von ihnen begnadigt. Dieser junge Tempelherr darf sich in der Stadt frei bewegen und wird Zeuge eines Hausbrandes. Er rettet Recha, die Tochter des jüdischen Kaufmanns Nathan, aus den Flammen. Doch dann weist er barsch alle Annäherungsversuche Rechas ab, die für ihren Retter schwärmt, ihn vielleicht sogar liebt. Zur gleichen Zeit bittet der Sultan Nathan zu sich, denn seine Kriegskasse ist leer und er will den reichen Kaufmann unter Druck setzen, ihm Geld zu leihen. Also stellt er Nathan eine gefährliche Fangfrage: Welche der drei Weltreligionen ist die wahre, die christliche, die jüdische oder die muslimische? Nathan antwortet mit einem Gleichnis, das statt religiöser Dogmen die gelebte Menschlichkeit in den Mittelpunkt stellt.

Mit diesem Gleichnis, der „Ringparabel“, ist „Nathan der Weise“ berühmt geworden. Bis heute Schullektüre, war das Stück schon 1779 für Lessing ein Manifest für den Humanismus der Aufklärung. Angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Lage in Deutschland gewinnt dieser Klassiker wieder an Kraft: Die einen predigen Toleranz, die nächsten bestehen darauf, dass wir als Gesellschaft zuallererst die Grenzen unserer Toleranz diskutieren müssen, während die dritten blind kämpfen. Um Religion geht es dabei wohl am wenigsten. „Nathan der Weise“ erinnert daran, dass Verständigung über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg möglich ist.

Karten sind erhältlich an der Theaterkasse im Stadtkontor, Kirchplatz 4 in Nienburg, Telefon (0 50 21) 8 72 64 und 8 73 56, Fax (0 50 21) 87 5 83 56, per E-Mail an theaterkasse@nienburg.de sowie im Internet unter www.theater.nienburg.de. Die Theaterkasse hat montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

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