Bildunterschrift: Die farbenfrohen und ausdrucksstarken Bilder von Ilsemargret Luttmann sind inspiriert von der afrikanischen Kunst- und Modefotografie. Foto: I. Luttmann

Vernissage zur Kunstausstellung am 10. Februar im Foyer des Theaters

Im Nienburger Theater auf dem Hornwerk ist bald wieder eine neue Ausstellung zu sehen. Die Kunstausstellung „Look at me! Schein und Sein“ der Hamburger Malerin Dr. Ilsemargret Luttmann wird am Sonntag, 10. Februar, um 14.30 Uhr im Foyer des Theaters eröffnet. Nach der Begrüßung durch Horst Prüfer, Vorsitzender des Kulturausschusses der Stadt Nienburg, und der Vorstellung durch Theaterleiter Jörg Meyer, wird Ilsemargret Luttmann eine Einführung in die Ausstellung geben.

Die großformatigen Acryl-Bilder von Ilsemargret Luttmann sind realistische Abbildungen, die Kraft aus ihrer Farbintensität beziehen. Ästhetische Anregungen stammen aus der afrikanischen Kunst- und Modefotografie sowie aus dem graphischen Repertoire der sogenannten afrikanischen Wax Print-Stoffe. In Afrika hat die Kunst der Selbstdarstellung eine lange Tradition, wie sich in den eindrucksvollen Selbstdarstellungen von politischen und religiösen Machthabern zeigt. Die Posen, die zu sagen scheinen „Look at me!“, kennt man auch aus der Modefotografie und den in sozialen Netzwerken kursierenden Selfies. Protzen und Täuschung, im westlichen Normengefüge eher negativ besetzte Verhaltensweisen, werden hier überlebenswichtig im Wettstreit der Identitäten-Inszenierungen, der Gleichsetzung von Schein und Sein.

Ilsemargret Luttmann beschäftigt sich in ihrem Bilderkorpus „Inszenierungen“ mit dem Verhältnis zwischen Betrachter und Betrachtetem, das durch die visuelle Erscheinung konstituiert wird. Sie kann verführen, manipulieren, provozieren, täuschen, also Macht ausüben. Aber der Blick des Gegenübers hat ebenfalls eine Agenda in der Weise, dass bestimmte soziale Gruppen quasi unsichtbar gemacht bzw. diskreditiert werden. Der Aufruf „Look at me!“ kann verstanden werden als eine Strategie der Umkehrung dieser Ausgrenzung, wobei allerdings die Lust an der künstlichen und kunstvollen Ausgestaltung des Körpers in den Gesellschaften Afrikas kulturell tief verankert ist und eine lange Tradition hat.

Ihr Abitur erwarb Ilsemargret Luttmann am Gymnasium in Nienburg und studierte dann Geschichte an der Universität in Hamburg. Ihre künstlerische Ausbildung erhielt sie an der Hamburger Schule für freie Malerei und Graphik, geleitet von Else Boyes-Pulley. Die Bildideen schöpft sie aus persönlichen Erfahrungen, die sie während ihrer langjährigen Arbeitsaufenthalte und Reisen in West- und Zentralafrika gemacht hat und die in einem Wechselspiel mit theoretisch-wissenschaftlichen Analysen stehen. Ihr Werk bildet eine Art dynamischen Korpus, der sich mit dem Thema der Fremderfahrung beschäftigt und diese in der Retrospektive immer wieder neu reflektiert und interpretiert.

Die Ausstellung im Theater ist bis zum 6. April jeweils während der Spielzeiten und nach telefonischer Vereinbarung unter Telefon (0 50 21) 87 393 geöffnet. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung der Stadt Nienburg findet mit Unterstützung durch die Sparkasse Nienburg statt. Am Samstag, 6. April, gibt es als Finissage eine Führung durch die Ausstellung und Einblicke in die Modeszenen in Afrika mit Ilsemargret Luttmann.

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