Am Dienstag, 19. Juni, um 18 Uhr wird im Nienburger Rathaus die Ausstellung „Das Hans-Fallada-Museum in Carwitz“ eröffnet. Zunächst lädt Museumsleiter Dr. Stefan Knüppel aus Carwitz zu einem virtuellen Rundgang ein. Ab 19.30 Uhr liest Achim Ditzen aus Dresden „Aus den Erinnerungen von Wilhelm Ditzen“.

Der Vater Hans Falladas, Wilhelm Ditzen, welcher als Sohn von Albert Ditzen, seines Zeichens Assessor am damaligen Kleinen Obergericht mit Sitz in Nienburg und späterer preussischer Kronanwalt, seine Schulzeit in Nienburg und am Königlichen Progymnasium, der heutigen Albert-Schweitzer-Schule, erlebte, beschrieb auch das Nienburg seiner Jugend um das Jahr 1860.

Nach dem Welterfolg seines Romans „Kleiner Mann – was nun?“ sah sich der Erzähler Hans Fallada, dessen bürgerlicher Namen Rudolf Ditzen lautete, im Jahre 1933 in die Lage versetzt, sich seinen lang gehegten Traum von einer eigenen Landwirtschaft zu erfüllen. So suchte er in Mecklenburg ausgiebig nach einem geeigneten Anwesen und wurde im kleinen Dorf Carwitz fündig. Elf produktive Jahre – es entstanden zahlreiche Romane wie „Wer einmal aus dem Blechnapf frißt“, „Wolf unter Wölfen“, „Der eiserne Gustav“ oder „Ein Mann will nach oben“ sowie Kinderbücher und Kurzgeschichten – verbrachte Hans Fallada in seiner Carwitzer „Welteneinsamkeit“; freilich nicht losgelöst aus seiner Zeit und von seinen persönlichen Problemen. In einem virtuellen Rundgang durch das Hans-Fallada-Museum berichtet Museumsleiter Dr. Stefan Knüppel allerlei Anekdotisches über ein Schriftstellerleben auf dem Lande, ohne jedoch die Probleme und Konflikte, denen sich der Autor und Mensch Fallada immer wieder stellen musste, auszusparen.

Das Hans-Fallada-Museum Carwitz wird betrieben von der Hans-Fallada-Gesellschaft e.V., erreicht jährlich rund 15.000 Besucher und ist von der Bundesregierung als eines von nur 20 Museen in den neuen Ländern als Kultureller Gedächtnisort von nationaler Bedeutung zertifiziert. Der Referent, Dr. Stefan Knüppel, Jahrgang 1975, verheiratet, zwei Kinder, ist seit 2005 Leiter des Hans-Fallada-Museums. Nebenbei ist er ehrenamtlich aktiv. So ist er u.a. Vorstandsmitglied in der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten und Vorstandsmitglied und Pressesprecher des Museumsverbandes Mecklenburg-Vorpommern.

Die Ausstellung im Rathaus ist geöffnet bis zum 31. Juli zu den Bürozeiten sowie nach besonderer Vereinbarung unter Telefon (0 50 21) 87 393. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung der Stadt Nienburg und der Historischen Gesellschaft zu Nienburg findet mit Unterstützung durch die Sparkasse Nienburg statt.

Die Nienburger Stadtbibliothek begleitet diese Ausstellung mit einer Zusammenstellung von Werken Hans Falladas in ihren Räumlichkeiten im Posthof, Georgstraße 22.

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