Gesundheitsamt prüft das Ganzjahresbad auf Herz und Nieren: Eingeschränkte Nutzung

Die Hygienevorschriften in Deutschlands Bädern sind streng: Fortlaufend müssen die Anlagen überwacht werden; einmal im Jahr ist zudem eine umfassende Wartung und Kontrolle der Technik vorgeschrieben. Bei einem Hallen-Freibad mit saisonalen Öffnungszeiten geht das, ohne die Gäste zu stören. Bei einem Ganzjahresbad wie dem Wesavi sind solche Maßnahmen aber nicht ohne Einschränkungen machbar. Die Bäder GmbH hat sich für die letzten Wochen vor den Sommerferien entschieden: Vom 6. Juni bis 1. Juli ist das Wesavi nur eingeschränkt zu nutzen.

Die jährliche Revision von öffentlichen Bädern ist Vorschrift, sagt Hygieneinspektor Christoph Rosinski vom Kreis-Gesundheitsamt: Grundlage ist die DIN 19643. Da das Wesavi während der Revision ohnehin nicht komplett genutzt werden kann, macht die Bäder GmbH aus der Not eine Tugend und nutzt die Zeit für umfangreiche Reparatur- und Wartungsmaßnahmen: Beispielsweise werden falsch gelieferte Fliesen ausgetauscht, Fugen in den Becken erneuert und defekte Unterwasserscheinwerfer ersetzt. Die Pumpen-, Filter- und Dosiertechnik wird gewartet, die Elektrik, die Brandmeldeanlage. Da das Wesavi über zwei Wasserkreisläufe verfügt, muss während der Revision jeweils nur ein Teil des Bades geschlossen bleiben:

Vom 6. bis 20. Juni können das Schwimmerbecken, das Nichtschwimmer-Becken und das Planschbecken nicht benutzt werden. Anschließend, vom 21. bis 30. Juni, sind das Kursbecken und das Gesundheitsbecken gesperrt. Das Sommerbecken und die Saunen bleiben durchgehend geöffnet.  Lediglich der Zugang erfolgt über die Umkleiden im Gesundheitsbereich.

Weil die Nutzung des Wesavi im Juni nur eingeschränkt möglich ist, gelten in dieser Zeit vergünstigte Preise: Kinder bekommen die Tageskarte für 2,20 Euro; Erwachsene können das Bad den ganzen Tag lang für 3,50 Euro nutzen. Das Ticket „Familie, klein“ gibt es für 6,00 Euro und „Familie, groß“ für 9,00 Euro. Die Saunagäste erhalten den Eintritt zum Entspannungstarif für 12,00 Euro.

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Haustechniker Brün Hogrefe

Das Gesundheitsamt prüft derweil die Einhaltung der Hygienevorschriften. Es gibt, macht Christoph Rosinski deutlich, bei seiner Arbeit wenig Spielraum: „Gemäß Infektionsschutzgesetz muss das Wasser frei von Krankheitskeimen sein.“ Beprobt werden das Beckenwasser, das Filtrat, das  aufbereitete Wasser und das „Füllwasser“, also das Wasser vor seiner Aufbereitung.

Auch die Chemie wird kontrolliert: „In Deutschland gilt beim Umgang mit Wasser das Minimierungsgebot“, so der Fachmann: „Man kann also nicht nach dem Motto ,Viel hilft viel‘ verfahren und reichlich Chlor ins Wasser kippen. Sondern nur so viel, wie nötig ist – aber auch nicht weniger“.

Die Beckenwasserqualität in öffentlichen Bädern müssen während der gesamten Öffnungszeiten überwacht werden: „Bei einem reinen Freibad zweimal monatlich, ansonsten einmal im Monat.“ Werden Grenzwerte nur leicht überschritten, gibt es eine Nachbeprobung; gegebenenfalls werden  die Desinfektionsanlagen neu justiert. Sollten Grenzwerte aber massiv überschritten werden, würde das Gesundheitsamt ein Bad sofort schließen, um Gefahren für die Nutzerinnen und Nutzer auszuschließen.

„Natürlich ist es nicht schön, ein Bad zeitweise zu schließen, auch dann nicht, wenn es nur um eine Teilschließung geht“, sagt Olaf Seemeyer, Geschäftsführer der Bäder GmbH. „Aber die Sicherheit hat Priorität.“

Wenn die Hygieneprüfung keine Beanstandungen ergibt, ist das Wesavi ab dem 1. Juli wieder komplett nutzbar. Christoph Rosinski ist zuversichtlich:  „Ich kenne die Anlage, da ist alles top in Schuss und technisch auf dem neuesten Stand. Ich denke, es wird alles in Ordnung sein.“

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