Ein Manifest für den Humanismus Zweimal „Nathan der Weise“ im Theater auf dem Hornwerk

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„Nathan der Weise“ gehört zur Pflichtlektüre im Niedersächsischen Zentralabitur 2019. Das Theaterstück nach Gotthold Ephraim Lessing erinnert daran, dass Verständigung über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg möglich ist. Aufgrund der großen Relevanz zeigt das Nienburger Theater auf dem Hornwerk das Stück gleich zweimal. Die Schulvorstellung am Donnerstag, 31. Mai, ist bereits ausverkauft, aber für die Abendvorstellung am Mittwoch, 30. Mai, um 20 Uhr sind noch Karten erhältlich, insbesondere auch für Schulklassen, zu vergünstigten Konditionen.

Theaterleiter Jörg Meyer erklärt: „Wir bieten ‚Nathan der Weise‘ speziell auch den Abonnentinnen und Abonnenten im Abo 3 an, als Ersatz für das krankheitsbedingt abgesagte Theaterstück ‚Die Ratten‘ vom 12. März 2018. Die Abo-Ausweise und Einzelkarten für den 12.03.2018 behalten ihre Gültigkeit für ‚Nathan der Weise‘.“ Meyer bittet alle Abonnenten, sich bei Fragen an die Theaterkasse zu wenden.

„Nathan der Weise“ spielt in Jerusalem, zur Zeit der Kreuzzüge: Vor den Toren stehen die christlichen Tempelritter, um die Stadt zu erobern. Dennoch hat der Herrscher, Sultan Saladin, einen von ihnen begnadigt. Dieser junge Tempelherr darf sich in der Stadt frei bewegen und wird Zeuge eines Hausbrandes. Er rettet Recha, die Tochter des jüdischen Kaufmanns Nathan, aus den Flammen. Doch dann weist er barsch alle Annäherungsversuche Rechas ab, die für ihren Retter schwärmt, ihn vielleicht sogar liebt. Zur gleichen Zeit bittet der Sultan Nathan zu sich, denn seine Kriegskasse ist leer und er will den reichen Kaufmann unter Druck setzen, ihm Geld zu leihen. Also stellt er Nathan eine gefährliche Fangfrage: Welche der drei Weltreligionen ist die wahre, die christliche, die jüdische oder die muslimische? Nathan antwortet mit einem Gleichnis, das statt religiöser Dogmen die gelebte Menschlichkeit in den Mittelpunkt stellt.

Mit diesem Gleichnis, der „Ringparabel“, ist „Nathan der Weise“ berühmt geworden. Bis heute Schullektüre, war das Stück schon 1779 für Lessing ein Manifest für den Humanismus der Aufklärung. Angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Lage in Deutschland gewinnt dieser Klassiker wieder an Kraft: Die einen predigen Toleranz, die nächsten bestehen darauf, dass wir als Gesellschaft zuallererst die Grenzen unserer Toleranz diskutieren müssen, während die dritten blind kämpfen. Um Religion geht es dabei wohl am wenigsten. „Nathan der Weise“ erinnert daran, dass Verständigung über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg möglich ist.

Karten sind erhältlich an der Theaterkasse im Stadtkontor, Kirchplatz 4 in Nienburg, Telefon (0 50 21) 8 72 64 und 8 73 56, Fax (0 50 21) 87 5 83 56, per E-Mail an theaterkasse@nienburg.de sowie im Internet unter www.theater.nienburg.de. Die Theaterkasse hat montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

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