Titelbild: In Kanada waren sie zuerst an Fahrrädern zu sehen, jetzt auch bei der CM am vergangenen Freitag in Nienburg. Poolnudeln sollen dem nachfolgenden Verkehr signalisieren, dass beim Überholen der Fahrradgruppe auf den Mindestüberholabstand (1,5 m) geachtet werden sollte. 

Besondere Aufmerksamkeit erzeuge bei der letzten Citical Mass ein Teilnehmer mit einer Poolnudel. Die Schwimmhilfe zur Verwendung im Freibad oder eben im eigenen Pool sollte im Rahmen der Aktion zu ausreichend Abstand von überholenden Fahrzeugen zu den Teilnehmern der CM sorgen. Die Kunststoffnudel am Ende der Fahrradgruppe zeigte Wirkung. „Die Aufmerksamkeit der überholende Autofahrer für die Fahrradgruppe war eine andere, als an den bisherigen Aktionstagen“, so Berthold Vahlsing vom beobachtenden Allgemeinden Deutschen Fahrrad-Club (ADFC).

Auch die letzte Critical Mass in diesem Jahr unterstrich wieder die Notwendigkeit zu Verbesserungen im Fahrradverkehr der Kreisstadt. Immer wieder würden Klagen über schlechte, unbrauchbare oder gar fehlende Radwege in der Kreisstadt an den Verein herangetragen. Geändert habe sich der laufenden Legislaturperiode nichts, schreibt der Verein. Alle Parteien hätten sich zur Kommunalwahl für eine zügige Umsetzung des Radwegekonzeptes ausgesprochen. „Nach wie vor holpert es aber an vielen Ecken “, meint der ADFC-Sprecher. „Ob an der Verdener Straße unter dem Bahntunnel, an der Han. Straße oder der Celler Straße, es fehlen sichere Wege für Radfahrer.“ Dies zu ändern sei Aufgabe der politisch Verantwortlichen, die mit den Critical Mass-Aktionen an den Verbesserungsbedarf erinnert werden sollen.

Insbesondere der Pedelecanteil unter den Fahrradfahrern steigt rasant an. Vorzüge zeichnen sich auch in Nienburg ab. Die Stadtteile rücken näher an die Innenstadt. Gerade aber diese Räder bedürfen geeigneter Verkehrsflächen. Neben den Normalradlern sind für diese schnellen elektrisch unterstützten Zweiräder ausreichend breiten und sicheren Fahrradspuren nötig. „Sind vernünftige Fahrradwege da, wird auch eher klimaschonender mit dem Rad in die Innenstadt gefahren“,  meint Verbandssprecher Berthold Vahlsing. „Hinzu kommen Entlastungen bei der Lärmentwicklung und der Feinstaubimmission.“ Gesundheitliche Belastungen der Bürgerinnen und Bürger der Stadt würden gemildert.

Die Stadt verfügt über erhebliche Verkehrsflächen. Bei der Verteilung auf die einzelnen Verkehrsarten sind jedoch Anpassungen überfällig. Vierspurigkeit für den Fahrzeugverkehr (Berliner Ring), Abbiegespuren für Fahrzeuge (Große Drakenburger Str.), Parkstreifen (Verdener Landstraße, Celler Straße) könnten zugunsten von Fahrradwegen umgewidmet werden, schreibt der Verband. Auch Einbahnstraßenregelungen auf Hauptverbindungsstraße (Verdener Straße) zugunsten von parallelen Fahrradstreifen sollten kein Tabuthema sein. „Mehr Fahrradverkehr macht die Stadt attraktiver“, meint der Vereinssprecher.

Weitere Informationen unter www.adfc-nienburg.de .

 

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