Martinus Luther – Anfang und Ende eines Mythos Schauspiel + Holz-Skulptur am 20. Oktober im Nienburger Theater

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„Martinus Luther“: Das Leben des Martin Luther war geprägt vom Bruch mit der Autorität. Foto: Hermann Posch

Das Leben des Martin Luther war geprägt vom Bruch mit der Autorität. Foto: Hermann Posch[/caption]Ein Kämpfer, ein Streiter. Beseelt, kompromisslos, im schlimmsten Fall gnadenlos. Am Freitag, 20. Oktober, um 20 Uhr geht es im Nienburger Theater auf dem Hornwerk um den jungen Mönch Martinus, bekannter als Martin Luther. In diesem Schauspiel von John von Düffel mit Live-Musik hat der junge Bettelmönch Martinus seiner weltlichen Karriere – und wahrscheinlich wäre es eine glänzende gewesen – abgeschworen, um sein Leben Gott zu weihen.

Ein Gewitter ist der Moment seiner Bekehrung, ein Donnerschlag wird es für die Welt. Martin Luther sorgte für eine der massivsten Zäsuren in der Geschichtsschreibung. Fünfhundert Jahre ist das jetzt her.

Ein Gewitter also, und ein Gelübde in Todesgefahr. Dann der Eintritt ins Kloster, die Abkehr von der Welt, und, das Ärgste: das Geständnis vor dem Vater. Das erste Mal, dass sich der Sohn auflehnt. Mit diesem Vater aber kann das nur zum Bruch führen. Es ist Martins erster Bruch mit der Autorität. Doch das gehört zu seinem Weg. An dessen Gipfel steht der Bruch mit der höchsten Macht, dem Papst. Der kleine Mönch Martinus, einst ein Häuflein Elend angesichts der eigenen Sündhaftigkeit, gebeutelt und erdrückt von Selbstzweifeln, fordert die größte Macht der Welt heraus, zieht grundlegende Glaubenssätze in Frage, prangert Korruption und Bigotterie der päpstlichen Kurie an, wettert gegen den Ablass. Er krempelt die Welt um, religiös wie politisch.

Doch hier ist sein Weg nicht zu Ende. Der einst junge Revolutionär wird alt, wird krank, wird fett, verhärtet und verbittert nach all den Kämpfen seines Lebens. Exkommuniziert, politisch mehr geduldet als erwünscht. Ein großer Reformator oder ein tragisch Gescheiterter? Das scheint ganz offen. Ein machtbewusster, unerbittlicher alter Mann, der buchstäblich über Leichen geht.

Luther-Holzskulptur

Luther-Büste: Der Reformator selbst wird am 20. Oktober im Nienburger Theater sein – in Form einer Holz-Büste von Reinhold Büdecker. Foto: Deutsches Kreativzentrum Holz
Anlässlich des Theaterstücks „Martinus Luther – Anfang und Ende eines Mythos“ präsentiert Holzbildhauer Reinhold Büdeker vom Deutschen Kreativzentrum Holz am Freitag, 20. Oktober, bereits ab 17 Uhr im Foyer des Nienburger Theaters seine aktuelle Arbeit zum Reformationsjubiläum. Büdecker steht dem interessierten Publikum an diesem Abend gern für Fragen zur Verfügung.

Die Wormser Lutherfigur war für Reinhold Büdeker Vorlage der Holzskulptur. Aus Weymouthskiefer gefertigt, ist die Bildhauerarbeit etwa 100 cm hoch und wiegt 20 kg. Der Schritt nach vorn zeigt Luther in Bewegung und auf dem Weg. Luther, ein Mensch der bewegt. Ein dynamischer Mensch. Nicht zögerlich, sondern fest entschlossen. Mit geradem Rücken und festem Blick. Den Blick nach vorn und nach oben gerichtet, um himmlische Eingaben ringend. Das Gesicht ist jugendlich glatt, voller Energie und Ernsthaftigkeit – streng und willenstark.

Ein Hinweis des Nienburger Theaters: „Unmittelbar vor dem Theaterabend wird um 18 Uhr die Ausstellung „Die Weser – Facetten eines Flusses“ des Worpsweder Malers Karl-Heinz Kühnke in den Theaterfoyers eröffnet. Diese Ausstellung wird mit Unterstützung durch die Sparkasse Nienburg bis zum 13. Dezember zu sehen sein. Der Eintritt ist frei.“

Es gibt noch Karten für „Martinus Luther“. Last-Minute-Tickets für junge Leute bis 25 Jahre sowie Gruppen-Tickets für Schulklassen sind ebenfalls noch vergünstigt erhältlich, dank finanzieller Unterstützung durch die Stadtwerke Nienburg. Karten sind erhältlich an der Theaterkasse im Stadtkontor, Kirchplatz 4 in Nienburg, Telefon (0 50 21) 8 72 64 und 8 73 56, Fax (0 50 21) 87 5 83 56, per E-Mail an theaterkasse@nienburg.de sowie im Internet unter www.theater.nienburg.de. Die Theaterkasse hat montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

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